Für das Leben


Grußwort zum ‚Marsch für das Leben‘ 2014
von Rainer Maria Kardinal Woelki

Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von KölnLiebe Schwestern und Brüder,

‚Jeder Mensch ist gleich wertvoll, unabhängig von Eigenschaften und Umständen‘ und ‚Ja zum Leben – für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie‘, so überschreiben Sie die Einladung zum Marsch für das Leben in diesem Jahr. Sätze, die mich stutzig machen, nicht, weil ich widersprechen möchte, sondern weil sie eigentlich Selbstverständliches unterstreichen. ‚Selbstverständlich ist jeder Mensch gleich wertvoll!‘, möchte ich erwidern, das ist doch klar! Und natürlich stehe ich mit Ihnen ein für den Schutz des Lebens, da wo es besonders gefährdet ist: an seinem Anfang und am Ende, das sollte doch in einem friedlich vereinten Europa keine Frage mehr sein.

2014 ist ein besonderes Jahr. Wir blicken zurück auf ein Jahrhundert, das Menschenleben unsagbar gering geachtet hat: Millionen Menschen wurden in zwei Weltkriegen absurden atheistischen Ideen und Ideologien geopfert, sechs Millionen Juden aus einer wahnwitzigen Rassentheorie heraus ermordet und vernichtet, weltweit schickten Staatenlenker ihre Untertanen in einen sinnlosen Tod, wurden Menschen in ungekanntem Ausmaß verschleppt, vertrieben oder brutal umgesiedelt. Einhundert Jahre lang haben Ideologien und Nationen gemeint, den Wert des Menschenlebens bemessen zu können.

Ich wünsche mir, dass es damit ein Ende hat: es soll niemand mehr für eine Idee, für eine Ideologie oder für ein individuelle Ziel sterben müssen.

Dennoch verehren wir aus gutem Grund in der katholischen Kirche die Zeugen des Glaubens, die für ihren Glauben gestorben sind. Dazu zähle ich in Berlin vor allem den Seligen Bernhard Lichtenberg. Er verkörpert in besonderer Weise das Paradox unseres Glaubens: er ist für Christus, für das Leben selbst, gestorben. Als Erzbischof von Berlin, der ich bis gestern war, habe ich sein Zeugnis kennen und schätzen gelernt. Er war unbequem, er hat widersprochen und seinen Widerspruch auch nicht zurückgezogen.

Wenn Sie zu Ihrem ‚Marsch für das Leben‘ aufbrechen, werde ich als Erzbischof von Köln etwa zur gleichen Zeit in mein neues Amt eingeführt. Schon im Herbst erwartet mich in Köln das 850. Jubliäum der Überführung der Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach Köln. Sie haben vielleicht den ersten überlieferten ‚Marsch für das Leben‘ auf sich genommen. Von ihrer fernen Heimat haben sie sich auf den Weg gemacht, um das Leben selbst zu sehen, den lebenigen, neu geborenen Sohn Gottes.

Vom Schrein der Heiligen Drei Könige in Köln begleite Gottes Segen Ihren ‚Marsch für das Leben‘.

Ihr
+ Rainer Maria Card. Woelki


Wort des Bischofs vom 22. April 2018 
Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Link zum Video (Domradio)

„Euer Ja sei ein Ja“,
so lautet die eindeutige Aufforderung Jesu.

Kardinal Woelki sagt „Ja“ zum Leben.
Vom Beginn an bis zum Tod am Ende.
In diesem Sinne ist er gerne ein radikaler Lebensschützer.


Silvesterpredigt 2017 (Auszug)
Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln

Link zum Video (Domradio – Auszug ab 07:55)

Rainer Maria Kardinal Woelki, Erzbischof von Köln„Nicht für das Töten ist Werbung angesagt!
Angesagt ist Werbung für das Leben!
Niemand, liebe Schwestern, liebe Brüder, niemand hat das Recht,
über mensch
liches Leben zu verfügen, auch nicht in den ersten 12 Wochen. Wo sich Menschen zu Herren über Leben und Tod aufwerfen, haben sie den Weg der Menschlichkeit bereits verlassen. Das gilt auch für die Gesellschaft, auch für unseren Staat. Deshalb wehren wir uns als Christen weiterhin dagegen, dass in unserem Land von nicht wenigen die tausendfache Abtreibung als die Normalität einer liberalen, humanen und aufgeklärten Gesellschaft ausgegeben wird.“


Papst Franziskus – Interview

Link zum Domradio-Artikel

Domradio:
Papst nennt Abtreibung „grauenhaftes Verbrechen“
„Schwerwiegende Sünde“
Papst Franziskus hat Abtreibung als „grauenhaftes Verbrechen“ bezeichnet.
Ungeborene Kinder würden abgetrieben, „weil es einfacher ist“.

Papst Franziskus hat Abtreibung als „grauenhaftes Verbrechen“ bezeichnet. Aus seiner Sicht sei es zu einer „Gewohnheit“ geworden, „Babys vor ihrer Geburt zu entfernen“, sagte Franziskus in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des italienischen Senders TV 2000. Ungeborene Kinder würden abgetrieben, „weil es einfacher ist“. Das sei eine „sehr schwerwiegende Sünde“, so der Papst.  […]


Papst Franziskus – Grußwort an „Pro Life Tour“

Artikel auf der Website der Erzdiözsese Wien

Jedes Kind hat „schon vor der Geburt eine unantastbare Würde“, über die der Mensch niemals verfügen könne. Deshalb betrachtet Papst Franziskus Abtreibung als „ein Verbrechen, ein absolutes Übel“, wie auch seinem Solidaritätstelegramm an die österreichischen Veranstalter der derzeit laufenden „Pro Life Tour“ hervorgeht. […] Übermittelt wurde die von Erzbischof Angelo Becciu unterzeichnete Solidaritätsbekundung des Papstes an „Jugend für das Leben“ kurz vor dem Start der Tour durch den Apostolischen Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen. […]

Seine Verurteilung der Abtreibung als „Verbrechen“ hatte Papst Franziskus im Februar 2016 bei der „fliegenden Pressekonferenz“ nach seiner Mexiko-Reise geäußert. Im Telegramm aus dem Vatikan erinnert Erzbischof Becciu außerdem an die Papstenzyklika „Laudato si“, wo Franziskus betont: „Die Schwachen anzunehmen beginnt damit, den menschlichen Embryo zu schützen. Wo das Leben in seinen Anfängen nicht geachtet wird, verdorren auch andere, für das gesellschaftliche Leben hilfreiche Formen der Annahme.“ […]


Interview mit Mutter Teresa über Abtreibung (1985)

Link zum Video (kathtube.com)

Hl. Mutter Teresa von KalkuttaMutter Teresa: ‚Abtreibung zerstört ein Kind und ein Gewissen‘
Heutzutage ist die Abtreibung die größte Zerstörerin des Friedens“, sagte die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa 1985 in einem Interview. Sie bezeichnete es als „unglaublich“, dass eine „Mutter ihr eigenes Kind ermorden“ kann.

New York (kath.net/LSN/pl) „Heutzutage ist die Abtreibung die größte Zerstörerin des Friedens, denn sie zerstört das Leben des Kindes, aber sie zerstört ebenso das Gewissen der Mutter, und Jahr für Jahr weiß sie, dass sie ihr eigenes Kind ermordet hat.“ Dies sagte Mutter Teresa (1907-1997), die katholische Friedensnobelpreisträgerin und durch Papst Johannes Paul II. im Jahr 2003 seliggesprochen, 1985 in einem Interview am Rande der „National Catholic Coalition Conference on Women“ in New York. Sie nannte es „unglaublich“, dass eine „Mutter ihr eigenes Kind ermorden“ kann. Das ungeborene Kind sei „als Ebenbild Gottes“ erschaffen worden „um zu lieben und um geliebt zu werden“.

Die für ihren Einsatz für die Ärmsten der Gesellschaft weltbekannte Ordensgründerin, die langezeit in Indien lebte, erinnerte sich in diesem Interview, dass sie einmal eine Frau getroffen hatte, die vor acht Jahren ihr Kind abgetrieben hatte, diese habe ihr gesagt, „jedes Mal, wenn sie ein achtjähriges Kind sehe, erinnere sie daran: ‚Mein Kind wäre jetzt in diesem Alter, wenn ich es nicht getötet hätte‘. Ich brauchte lange, bis ich sie überzeugt hatte, dass sie Gott bittet ihr zu vergeben.

Die Ordensfrau sprach in diesem Interview auch an, dass es sie befremde, dass es in der Regel nicht etwa die Armen seien, die ihre ungeborenen Kinder zerstörten. „Es sind jene Leute, denen es besser geht, sie wollen etwas anderes und haben Angst vor dem Kleinen. Deshalb vernichten sie das Kind.“ „Doch die Armen tun dies nicht. Wir haben das immer wieder bemerkt, an jedem Ort, an dem unsere Schwestern arbeiten“.


Ansprache von Mutter Teresa (Auszug)
zur Verleihung des Friedensnobelpreises 1979 in Oslo

Link zum Video (Youtube – Auszug ab 09:05)

Hl. Mutter Teresa von Kalkutta„Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte:
Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? Sogar in der Heiligen Schrift steht: „Selbst wenn die Mutter ihr Kind“ vergessen könnte, ich vergesse dich nicht.“

Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. In den Zeitungen lesen wir dieses und jenes, aber niemand spricht von den Millionen von Kleinen, die empfangen wurden mit der gleichen Liebe wie Sie und ich, mit dem Leben Gottes. Und wir sagen nichts, wir sind stumm.

Für mich sind die Nationen, die Abtreibung legalisiert haben, die ärmsten Länder. Sie fürchten die Kleinen, sie fürchten das ungeborene Kind. Und das Kind muss sterben, weil sie dies eine Kind nicht mehr haben wollen – nicht ein Kind mehr – und das Kind muss sterben. Und ich bitte Sie hier im Namen der Kleinen: Rettet das ungeborene Kind, erkennt die Gegenwart Jesu in ihm!

Als Maria Elisabeth besuchte, hüpfte das Kind vor Freude im Schoß der Mutter in dem Augenblick, als Maria ins Haus kam. Das Ungeborene brachte Freude. Daher versprechen wir hier, jedes ungeborene Kind zu retten. Gebt jedem Kind die Gelegenheit, zu lieben und geliebt zu werden. Wir bekämpfen Abtreibung mit Adoption. Mit Gottes Gnade werden wir es schaffen. Gott segnete unsere Arbeit. Wir haben Tausende von Kindern gerettet, sie haben ein Heim gefunden, in dem sie geliebt werden, wo sie erwünscht sind, wohin sie Freude gebracht haben.

Deshalb fordere ich Sie heute auf, Majestäten, Exzellenzen, meine Damen und Herren, Sie alle, die aus vielen Ländern der Erde gekommen sind: Beten Sie, dass wir den Mut haben mögen, das ungeborene Leben zu schützen. Hier in Norwegen haben wir nun die Gelegenheit, dafür einzutreten. […]

Lassen Sie uns alle in das Gebet einstimmen: „Gott, gib uns den Mut, jedes ungeborene Kind zu schützen.“ Denn das Kind ist das größte Geschenk Gottes für die Familie, für ein Volk und für die Welt. Gott segne Sie!“


Papst Johannes Paul II. – Enzyklika „Evangelium Vitae“ (Auszug)

Hl. Papst Johannes Paul II.»Deine Augen sahen, wie ich entstand« (Ps 139 4, 16):
das verabscheuungswürdige Verbrechen der Abtreibung

58. Unter allen Verbrechen, die der Mensch gegen das Leben begehen kann, weist die Vornahme der Abtreibung Merkmale auf, die sie besonders schwerwiegend und verwerflich machen. Das II. Vatikanische Konzil bezeichnet sie und die Tötung des Kindes als »verabscheuungswürdiges Verbrechen«.

Doch heute hat sich im Gewissen vieler die Wahrnehmung der Schwere des Vergehens nach und nach verdunkelt. Die Billigung der Abtreibung in Gesinnung, Gewohnheit und selbst im Gesetz ist ein beredtes Zeichen für eine sehr gefährliche Krise des sittlichen Bewußtseins, das immer weniger imstande ist, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, selbst dann, wenn das Grundrecht auf Leben auf dem Spiel steht. Angesichts einer so ernsten Situation bedarf es mehr denn je des Mutes, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen und die Dinge beim Namen zu nennen, ohne bequemen Kompromissen oder der Versuchung zur Selbsttäuschung nachzugeben. In diesem Zusammenhang klingt der Tadel des Propheten kategorisch: »Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen« (Jes 5, 20). Gerade in bezug auf die Abtreibung ist die Verbreitung eines zweideutigen Sprachgebrauchs festzustellen, wie die Formulierung »Unterbrechung der Schwangerschaft«, die darauf abzielt, deren wirkliche Natur zu verbergen und ihre Schwere in der öffentlichen Meinung abzuschwächen. Vielleicht ist dieses sprachliche Phänomen selber Symptom für ein Unbehagen des Gewissens. Doch kein Wort vermag die Realität der Dinge zu ändern: die vorsätzliche Abtreibung ist, wie auch immer sie vorgenommen werden mag, die beabsichtigte und direkte Tötung eines menschlichen Geschöpfes in dem zwischen Empfängnis und Geburt liegenden Anfangsstadium seiner Existenz.

Die sittliche Schwere der vorsätzlichen Abtreibung wird in ihrer ganzen Wahrheit deutlich, wenn man erkennt, daß es sich um einen Mord handelt, und insbesondere, wenn man die spezifischen Umstände bedenkt, die ihn kennzeichnen. Getötet wird hier ein menschliches Geschöpf, das gerade erst dem Leben entgegengeht, das heißt das absolut unschuldigste Wesen, das man sich vorstellen kann: es könnte niemals als Angreifer und schon gar nicht als ungerechter Angreifer angesehen werden! Es ist schwach, wehrlos, so daß es selbst ohne jenes Minimum an Verteidigung ist, wie sie die flehende Kraft der Schreie und des Weinens des Neugeborenen darstellt. Es ist voll und ganz dem Schutz und der Sorge derjenigen anvertraut, die es im Schoß trägt. Doch manchmal ist es gerade sie, die Mutter, die seine Tötung beschließt und darum ersucht und sie sogar vornimmt.

Gewiß nimmt der Entschluß zur Abtreibung für die Mutter sehr oft einen dramatischen und schmerzlichen Charakter an, wenn die Entscheidung, sich der Frucht der Empfängnis zu entledigen, nicht aus rein egoistischen und Bequemlichkeitsgründen gefaßt wurde, sondern weil manche wichtigen Güter, wie die eigene Gesundheit oder ein anständiges Lebensniveau für die anderen Mitglieder der Familie gewahrt werden sollten. Manchmal sind für das Ungeborene Existenzbedingungen zu befürchten, die den Gedanken aufkommen lassen, es wäre für dieses besser nicht geboren zu werden.Niemals jedoch können diese und ähnliche Gründe, mögen sie noch so ernst und dramatisch sein, die vorsätzliche Vernichtung eines unschuldigen Menschen rechtfertigen. […]

60. Manche versuchen, die Abtreibung durch die Behauptung zu rechtfertigen, die Frucht der Empfängnis könne, wenigstens bis zu einer bestimmten Zahl von Tagen, noch nicht als ein persönliches menschliches Leben angesehen werden. In Wirklichkeit »beginnt in dem Augenblick, wo das Ei befruchtet wird, ein Leben, das nicht das des Vaters oder der Mutter, sondern eines neuen menschlichen Geschöpfes ist, das sich eigenständig entwickelt. Es wird nie menschlich werden, wenn es das nicht von dem Augenblick an gewesen ist. Für die Augenfälligkeit dieser alten Einsicht… liefert die moderne genetische Forschung wertvolle Bestätigungen. Sie hat gezeigt, daß vom ersten Augenblick an das Programm für das, was dieses Lebewesen sein wird, festgelegt ist: eine Person, diese individuelle Person mit ihren bekannten, schon genau festgelegten Wesensmerkmalen. Bereits mit der Befruchtung hat das Abenteuer eines Menschenlebens begonnen, von dessen großen Fähigkeiten jede einzelne Zeit braucht, um sich zu organisieren und funktionsbereit zu sein«.“